Worin besteht der Unterschied zwischen Wassergehalt und Restfeuchte beim Brennholz

Brennholz sollte beim Verheizen über eine optimale Restfeuchte verfügen, sonst geht ein Teil der Energie ungenutzt verloren. Bei zu hoher Holzfeuchtigkeit muss das im Brennstoff vorhandene Wasser zunächst verdampfen, was Energie erfordert, die nicht mehr zum Heizen der Wohnung zur Verfügung steht.

Als perfekt wird eine Holzfeuchte von 15% bis 18% betrachtet. Liegt die Restfeuchte über 22%, weist das Holz zu viel Nässe auf.

Akustisch lässt sich eine zu hohe Holzfeuchtigkeit an zischenden Lauten erkennen, die während des Verbrennens entstehen. Wer schon längere Zeit mit Holz heizt, spürt den Unterschied zwischen nassem und trockenem Holz wahrscheinlich bereits am Gewicht. Holz mit relativ hohem Wassergehalt ist erheblich schwerer.

Holzfeuchtemessgerät zur Bestimmung der Feuchtigkeit

Für eine exakte Bestimmung der Restfeuchte im Brennholz empfiehlt sich ein Holzfeuchtemessgerät. Handelt es sich um Brennholz, kommt meist ein Feuchtemesser mit zwei spitzen Kontaktstiften zum Einsatz. Die Einstechfühler durchdringen das Holz und erkennen die Holzfeuchtigkeit, indem sie den elektrischen Widerstand zwischen den beiden Spitzen messen.

Bedeuten beim Brennholz Wassergehalt und Restfeuchte das Gleiche oder existiert zwischen beiden Begriffen ein Unterschied?

Profis sprechen von Restfeuchte oder Holzfeuchtigkeit, wenn es um den Zustand von Brennholz hinsichtlich des noch im Holz befindlichen Wasseranteils geht. Laien stellen sich vermutlich die Frage, warum nicht einfach vom Wassergehalt des Holzes die Rede ist.

Die Antwort lautet: Wassergehalt und Restfeuchte sind nicht dasselbe, deshalb darf man die beiden Begriffe nicht verwechseln. Die Holzfeuchte bezieht sich auf das Darrgewicht und der Wassergehalt errechnet sich aus Wasseranteil und Nassgewicht.

Was wird unter Darrgewicht verstanden?

Während einer Trocknung wird einem Stoff oder Gegenstand Flüssigkeit entzogen. Die Darre dient in der Regel dem Wasserentzug von Lebensmitteln und Gebrauchsgütern. Im Gegensatz zu einem Trocknungsvorgang an der Luft, findet das Darren für gewöhnlich in einer Kammer mit Hitze statt.

Erst wenn das Holz beim Darren nach mehrmaligem Wiegen kein Gewicht mehr verliert, ist es absolut trocken. Das Darrgewicht steht somit im Zusammenhang mit einem Wassergehalt von 0%. Zur Bestimmung der Holzfeuchte wird das Darrgewicht zugrunde gelegt, also ein Wert, der unter normalen Umständen nicht erreicht werden kann.

Nur mit Hilfe einer Trockenanlage lässt sich das Wasser komplett aus dem Brennholz ziehen. Der Wassergehalt orientiert sich dagegen am tatsächlich vorhandenen Wasseranteil und am Nassgewicht des Holzes.

Umrechnungsformeln

  1. Die Holzfeuchte errechnet sich folgendermaßen:
    Im Holz befindliche Wassermasse : Trockenmasse des Holzes x 100 = Holzfeuchte in %
  2. Mit dieser Berechnung wird der Wassergehalt ermittelt:
    Im Holz befindliche Wassermasse : Gesamtmasse des Holzes inkl. Feuchtigkeit x 100 = Wassergehalt in %
  3. Sind Holzfeuchte oder Wassergehalt bereits bekannt, ergeben sich nachstehende Gleichungen, um den jeweils anderen Wert in Erfahrung zu bringen:
    Holzfeuchte in % = Wassergehalt in % : (100 – Wassergehalt in %) x 100
    Wassergehalt in % = Holzfeuchte in % : (100 + Holzfeuchte in %) x 100

Wassergehalt und Restfeuchte im direkten Vergleich

Hier noch die Gegenüberstellung von Wassergehalt und Holzfeuchte:

5 % Wassergehalt = 5 % Holzfeuchte

10 % Wassergehalt = 11 % Holzfeuchte

15 % Wassergehalt = 18 % Holzfeuchte

20 % Wassergehalt = 25 % Holzfeuchte

25 % Wassergehalt = 33 % Holzfeuchte

30 % Wassergehalt = 43 % Holzfeuchte

40 % Wassergehalt = 67 % Holzfeuchte

50 % Wassergehalt = 100 % Holzfeuchte

Zwischen Wassergehalt und Holzfeuchte besteht keine Proportionalität. Bei 5 % liegen die beiden Werte noch im gleichen Verhältnis, doch je mehr Wasser im Holz enthalten ist, desto stärker verändert sich der Prozentanteil der Holzfeuchte.

Mehr Tabellen und Formeln zum Thema Wassergehalt und Holzfeuchtigkeit bei Waldwissen.net

Restfeuchte von ofenfertigem Scheitholz

Bei Lagerung im Freien oder in einem Schuppen kann Kaminholz niemals bis zum Darrgewicht austrocknen, denn der natürliche Brennstoff passt sich dem Wassergehalt der Umgebungsluft unseres Klimas an.

Als lufttrocken wird Holz mit einem Wasseranteil von etwa 15% bezeichnet. In diesem Zustand verfügt Brennholz über den bestmöglichen Heizwert von etwa 4 kWh/kg.

Mit einer Restfeuchte von 15% bis 20% verbrennt Kaminholz außerdem relativ umweltschonend, denn es werden hauptsächlich Kohlendioxid und Wasserdampf freigesetzt. Holz mit zu viel Restfeuchte führt zu einer unvollständigen Verbrennung und zu einem weitaus höheren Emissionsausstoß.

Mit einem Holzfeuchtemessgerät lässt sich die Restfeuchte einfach bestimmen. Nadelhölzer sind bei guter Lagerung nach 10 Monaten ofentrocken, Laubhölzer brauchen je nach Lagerung etwas länger.

Kurze Zusammenfassung:
Brennholz betreffend, besteht zwischen Wassergehalt und Restfeuchte ein Unterschied. Die Holzfeuchte bezieht sich auf die Trockenmasse und der Wassergehalt auf die tatsächliche Gesamtmasse des Holzes.

1 Kommentar… Kommentar hinzufügen
  • Gemeinsinner Link Antworten

    “Worin besteht der Unterschied zwischen Wassergehalt und Restfeuchte beim Brennholz”

    Der Unterschied wird im Artikel nicht geklärt.

Einen Kommentar hinterlassen