Holzwurm im Brennholz was tun?

Know-How & Tipps

Vom Brennstoffhändler geliefertes, kammergetrocknetes Kaminholz enthält normalerweise keine Holzwürmer und sonstige Schädlinge. Die Hitzebehandlung des Spezialtrocknungsverfahrens tötet in der Regel sämtliche tierische Organismen ab.

Anders sieht es aus, wenn das Kaminholz luftgetrocknet wurde. Dann stellt sich die berechtigte Frage, ob es sich um das erwachsene Tier eines Holzwurms handelt, wenn ein Käfer aus dem Brennholz hervorkrabbelt.

Holzwurm im BrennholzKann ein Holzwurm im Brennholz die Einrichtung und im Haus verbaute Konstruktionshölzer befallen?

Wer einen Käfer in unmittelbarer Nähe der Scheite für den Kaminofen entdeckt, sollte nicht in Panik geraten. Holzwurmbefall lässt sich an kleinen Löchern im Holz erkennen. Sind am Holz keine kleinen, runden Öffnungen zu sehen, muss der Käfer auf andere Weise mit dem Holz in Kontakt geraten sein.

Selbst wenn mit dem Kaminholz tatsächlich ein Gemeiner Nagekäfer oder ein anderer Schädling ins Haus gelangte, ist die Angst vor möglichen Schäden an Möbeln und sonstigen Elementen aus Holz in aller Regel unbegründet. Durch die relativ trockene Luft in beheizten Wohnräumen, bestehen für die Käfer keine idealen Lebensbedingungen.

Geht von Holzbriketts eine Gefahr aus?

Der Briketts- und Brennholzhandel garantiert für aus Spänen und Sägemehl gepressten Brennstoffen einen 100-prozentigen Ausschluss von Schadinsekten. Die Trocknung der Holzspäne vollzieht sich für gewöhnlich bei über 60° C. Der gefürchtete Hausbock und andere Holzwürmer gehen ab einer Temperatur von 55° C zugrunde.

Holzbriketts werden zudem maschinell unter sehr großem Druck hergestellt, was wiederum den Tod für eventuell im Holz befindliche Käfer, Larven und Spinnen bedeutet.

Welche Holzwürmer gibt es?

Grundsätzlich: Bei den gefräßigen Schädlingen im Holz handelt es sich um keine Würmer, sondern um Insekten im Larvenstadium.

Nachfolgende Arten kommen infrage:

1. Der Hausbock

Der Hausbock mit dem wissenschaftlichen Namen Hylotrupes bajulus verbringt nur etwa 4 Wochen als flugfähiger Käfer. Während dieser Zeit findet die Eiablage statt. Diese Spezies befällt kein frisches Holz, deshalb sind Dachstühle besonders gefährdet. Der Vertreter der Bockkäfer, der in unseren Wäldern gar nicht mehr vorkommt, bevorzugt Nadelholz mit einer Holzfeuchte von 12-35%.

2. Gemeiner Nagekäfer

Als Gewöhnlicher oder Gemeiner Nagekäfer (anobium punctatum) wird die Insektenart bezeichnet, deren Larven am häufigsten als Holzwürmer auftreten. Diese Käfer kennen hinsichtlich der Holzarten keine Favoriten. Als Lebensraum für die Nachkommen dient auch hier totes Holz, das jedoch eine Restfeuchte von mindestens 12% aufweisen muss. Die Entwicklung der Larven nimmt, je nach gegebenen Umwelteinflüssen, ein bis acht Jahre in Anspruch. Die Bohrlöcher verfügen über einen Durchmesser von 1-2 mm.

3. Bunter Nagekäfer

Der Bunte Nagekäfer zieht Laubhölzer (z.B. Weide und Eiche) vor. Er benötigt eine Holzfeuchte ab 18% und versteckt seine Eier am liebsten in bereits mit Pilzen bewachsenem Holz.

4. Der Rothalsbock

Die Larven des Rothalsbocks gedeihen in Nadelhölzern mit einer Mindestfeuchte von 25%. Die Weibchen besitzen rotbraune Flügeldecken, bei den Männchen überwiegt eine ockergelbe Färbung.

Holzwurmbefall in alten Möbeln

Bei Antiquitäten sind Holzwurmlöcher keine Seltenheit. Erworbene alte Möbel sollten deshalb erst auf Holzwurmbefall untersucht werden, bevor sie einen Platz in der Wohnung erhalten. Aktuelle Aktivitäten lassen sich durch herausrieselndes Holzmehl aus den Bohrlöchern erkennen.

Am besten Folie oder Papier in dunkler Farbe unter das Möbelstück legen und beobachten, ob aus den Wurmlöchern noch Holzmehl austritt. Die Wahrscheinlichkeit, mit alten Möbeln den Holzwurm ins Haus zu holen, liegt erheblich höher, als dass eine Kontaminierung durch Brennholz erfolgt.

Zusammenfassender Hinweis:

Holz von einem Brennstoffhändler, der die Kammertrocknung anwendet, ist erwiesenermaßen frei von Holzwürmern. Andererseits liegt auch bei luftgetrocknetem Holz das Risiko auf Holzwurmbefall in einem äußerst niedrigen Bereich.

Außerdem kann sich ein Holzwurm im Brennholz in modernen, mit Zentralheizung ausgestatteten Häusern aufgrund fehlender Feuchtigkeit nicht vermehren und ausbreiten.

Wer sehr viele Raummeter Brennholz lagert und dies über viele Jahre, kann sich allerdings sicher sein, dass sein Brennholz vom Holzwurm befallen wird. Je nach Region knabbern sich die ersten Käfer schon nach drei bis vier Jahren in die Rinde ein.

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