Erlenholz: Die Erle ist ein guter Brennholz-Lieferant | Ein Erfahrungsbericht

Brennholz

Erlenholz ist weder bekannt, noch beliebt bei den meisten Kaminofen-Besitzern. Die Gründe liegen nicht auf der Hand, ich kann es nur vermuten.

Die Erlen zählen zu den Weichhölzern

  1. Zum Ersten ist Erlenholz nicht sehr bekannt, und was der Bauer nicht kennt, frisst er bekanntlich nicht.
  2. Zum Zweiten hat Erlenholz einen Heizwert, der etwas unter dem des Birkenholzes liegt und somit weit unten auf der Heizwertskala. Der Heizwert der Erle liegt bei 1520 kwh/rm, die Trockenmasse liegt bei 480 kg/m³, es zählt somit zum Weichholz.

Eigent sich Erlenholz zum Verbrennen im Kamin?

Die zwei Gründe reichen mir aber nicht, das Erlenholz nur deshalb zu verschmähen, ich machte mich auf den Weg, etwas mehr über Preis und Leistung des Erlenbrennholzes zu erfahren. Im Jahre 2004 verbrachte ich einige Zeit damit, herauszufinden, wo Erlen wachsen, wie und wo man preisgünstig Erlenholz beschaffen kann, und ob es zum Verbrennen im Kaminofen geeignet ist.

Wo wachsen Erlen?

Zunächst musste ich herausfinden, wo Erlen überhaupt wachsen. Das war nicht schwer! Wenn man die Niederungen durchkämmt, sieht man an Gräben und kleinen Flüsschen entlang kilometerweise Anpflanzungen von Erlen. Nach einigen Recherchen kam dann zutage, dass die Erlen von den Deichverbänden als Uferschutz angepflanzt und auch regelmäßig geschnitten werden.

Erlenholz

Erlenholz ist oft recht günstig zu bekommen

Eine Baumfällgenehmigung ist zum Fällen von Erlen die als Uferbefestigung dienen, meist nicht erforderlich. Der weitere Weg an Erlenholz zu kommen, war nicht schwer: Im Abstand von 7-10 Jahren werden die Erlen “auf Stock gesetzt”, wie es in der Fachsprache heißt. „Da muss doch ranzukommen sein, wenn die Erlen ihre Häupter lassen müssen“, dachte ich nach.

Die nächste Zeit wurde damit verbracht, die Niederungen abzufahren und zu beobachten, wo gerade Erlen geschnitten werden. Auch das auszumachen war kein Problem, denn Freunde, Bauern wie Jäger wurden beauftragt, ihre Ohren und Augen offen zuhalten. Schließlich hatte ich Erfolg und konnte einige Raummeter Erlenholz preisgünstig erwerben.

Erlenholz spalten, stapeln und trocknen

Erlenholz alz Brennholz aufbereitet und gestapelt

Erlenholz alz Brennholz aufbereitet und gestapelt

Die Stämme hatten einen Durchmesser von maximal 20 cm, deshalb mach ich machte ich mir nicht mal die Mühe, meinen Holzspalter aus dem Schuppen zu holen. Das Stammholz der Erlen lässt sich problemlos Sägen und Spalten. Alles wurde von Hand gespalten und schlussendlich zu sieben Raummetern gestapelt. Die Erlen waren noch nicht sehr alt, hatten eine glatte Rinde und ließen sich angenehm stapeln.

Zwei Jahre lang habe ich meinen neuen Brennstoff dann trocknen lassen, um danach loszulegen mit dem verfeuern der Erlen. Die glatte Rinde der Erle hat den Vorteil, dass weder beim Stapeln noch beim Transport ins Wohnzimmer Dreck anfällt.

Rundum zufrieden war ich auch mit dem Abbrand, dem Ascheanfall und der Brenndauer des Erlenbrennholzes. Eine ganze Saison habe ich mit den sieben Raummetern heizen können, bis es aufgebraucht war. Der Verbrauch lag in dieser besagten Heizperiode bei nur knapp einem Raummeter mehr, als ich im dem vorangegangenen Jahr mit Buchenbrennholz verheizt hatte.

Erlen vermehren

Wer Erlen vermehren möchte, um in seinem Wald oder auf einem Brachgrundstück Erlenholz zu produzieren, kann das sehr leicht Selbst ausprobieren. Man schneidet sich den Austrieb von Erlenbäumen ca. einen Meter lang ab, und lässt die Zweige zwei bis drei Wochen in einen Eimer Wasser stehen.

Nach zwei Wochen bilden sich schon die ersten Wurzeln, nach drei Wochen kann man die Stecklinge einpflanzen. Der geeignete Zeitpunkt ist kurz vor dem Austrieb, so etwa Mitte März.

Manchmal gelingt es auch, die Äste direkt und ohne Bewurzelung in den Waldboden zu stecken. Wenn der Boden feucht genug ist, hat man meistens Erfolg mit dieser Methode. Nach ca. 10 Jahren kann man dann das erste Erlenholz ernten und gegebenenfalls zu Brennholz verarbeiten.

Zusammenfassung:

Erlenholz ist ein preisgünstiges Brennholz. Erlen sind sommergrüne Laubgewächse und werden vielerorts an Gewässerrändern, Gräben und Feuchtbiotopen angepflanzt und regelmäßig geschnitten.

Wer Erlenholz günstig beschaffen kann, dem kann ich nur ans Herz legen, diesen Brennstoff mal zu testen, besonders dann, wenn die Brennholzpreise für Hartholz ins unermessliche steigen. Die Erle ist ein preiswerter und guter Brennholz Produzent. Ich verwette einen Raummeter Buchenholz darauf, dass Sie es nicht bereuen werden.

1 Kommentar… add one
  • Michel

    Hallo zusammen,
    Ich muss dem absolut recht geben.
    Ich habe vor 1 1/2 Jahren von unserer Gemeinde einige Ster Holz abgekauft.
    War super zu Fällen, zu Sägen und super leicht zu Spalten.
    Die Erle brennt sehr schnell an und ab hinterlässt wenig Asche und rußt beim verbrennen kaum.
    Ich bin voll überzeugt von der Erle.
    Fazit: für Selbstwerber optimal die kein schweres Gerät zur Verfügung Haben.
    Ich werde dieses Jahr wieder ins Holz gehen und mir ein paar Ster Erle genehmigen.

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